Das Lied von der Gans

Vorbereitet in der Küche
Steht der Bräter schon bereit,
Und die Gans liegt auf dem Tische.
Frisch Gesellen! Jetzt wird’s Zeit.
Von der Stirne heiß
Rinnen muss der Schweiß,
Soll die Gans perfekt geraten,
Muss sie in der Röhre braten.

Nehmet Äpfel und Maronen,
Zwiebelchen und Sultaninen,
Auch die Schale von Zitronen,
All das wird zur Füllung dienen.
Schnippelt es entzwei,
Gebt noch Malzbier bei,
Dass die zähe Füllungsspeise
Köchle auf die rechte Weise.

Weiße Blasen seh ich springen,
Wohl! Die Massen sind im Fluß.
Jetzt die Gans zum Ofen bringen,
Dass die brät zum Hochgenuss!
Würzt sie erst mit Salz,
Pfeffer ebenfalls,
reichlich Beifuss wird verwandt,
etwas Ingwer, sehr pikant!

Wie sich schon die Keulen bräunen,
Auch das Brüstchen färbt sich fein,
Sehn wir’s überglast erscheinen
Wird’s zum Genusse fertig sein.
Bürtzel, Brust und Hals
Tropft von Gänseschmalz,
Und des Ofens heiße Lüfte
Senden uns die feinsten Düfte.

Dreht die Gans auf jede Seite,
Bis sie gar ist und gegrillt,
Dass sich Herz und Gaumen weide
An dem wohlgelungnen Bild.
Schneidet sie entzwei,
Rotkraut bringt herbei,
Dass mit Kloß und Preiselbeeren
Wir die Gans nun ganz verzehren.


© Ralf Schauerhammer